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Uni-Chor und -Orchester begeistern
Von Tilman Abegg am 17. Dezember 2007 RN LÜTGENDORTMUND
Der Chor und das Orchester der Uni Witten/Herdecke führt sein erlesenes Konzertprogramm bis in das Audimax der Universität Bochum (13.1.). Am
vergangenen Sonntag kamen die Lütgendortmunder in das Vergnügen der feurigen Spielfreude.
Der Chor und das Orchester der Uni Witten/Herdecke gefielen in der St. Magdalena-Kirche.
Die Akademie-Musiker zündeten Mendelssohn-Bartholdy, Bernstein und Beethoven in der Kirche St. Magdalena.
Vom ersten Ton des 114. Psalms an begeisterte der kraftvolle Chor. Mit präzisem Einsatz, sehr ausgewogenem Stimmverhältnis und scheinbar
unerschöpflichen Kraftreserven bewiesen die 120 Sänger eine große Palette an Stimmungen.
Das Orchester bewältigte die Partitur technisch scheinbar mühelos, dafür mit umso ausdrucksvolleren Akzenten. Dramatisch fauchten die schnellen
Läufe, spitz hallten die perkussiven Betonungen.
Sichtbar wurde die Spielfreude in den temperamentvollen Armschwüngen Ingo Ernst Rheils: Mal feurig, mal beschwichtigend steuerte der
Konzertleiter akkurat die weit gespannte, sehr genaue Dynamik der Musiker.
Beim verhalteneren Grave unterstrichen die inbrünstigen Anweisungen Rheils das Gefühl einer gegenseitigen Inspiration von Chor und
Instrumentalisten. Die Trompetenstöße am Ende des Werks dirigierte er springend.
Bewegungsintensiv
Ein passender Vorgeschmack auf das kommende Stück, war doch auch Leonard Bernstein für sein bewegungsintensives Verhalten auf dem Podium
bekannt.
Furios intoniert, kulminierte das temperamentvolle Forte des Orchesters mit dem mächtigen Chor in einem gewaltigen Klangfest, das den Innenraum
an seine natürlichen akustischen Grenzen führte: Der hallende Stein der Kirche strafte den Mangel an musikalischer Demut mit einer, profan von der Lautstärke abhängenden Unschärfe.
Leisere Passagen
So rückten die leiseren Passagen der "Chichester Psalms" in den Vordergrund, die auch die sehr guten Leistungen der Solisten Benita
Borbonus (Sopran), Beata Borchert (Alt), Hein Heidbüchel (Tenor) und Harald Martini (Bariton) angemessen begleiteten. Das Knabensolo sang Juliane Slotta mit sentimentaler Anmut. In seinen a capella-Passagen schuf der Chor mit
grandioser Genauigkeit und viel Atem lange, leicht schwingende Akkorde. Vielfältig wie schillerndes Perlmutt.
Beethovens C-Dur-Messe hielt das Niveau und bereicherte den Abend um einen interessanten Kontrast. Rheil folgte der im Vergleich zu Bernsteins
"Psalms" seriösen Komposition. Das Publikum dankte mit stehenden Ovationen.
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